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<title>Karl Koppmann</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Karl Koppmann</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Georg Friedrich Karl Koppmann</b> (* <a href="24._M%C3%A4rz" title="24. März">24. März</a> <a href="1839" title="1839">1839</a> in <a href="Hamburg" title="Hamburg">Hamburg</a>; † <a href="25._M%C3%A4rz" title="25. März">25. März</a> <a href="1905" title="1905">1905</a> in <a href="Rostock" title="Rostock">Rostock</a>) war ein deutscher <a href="Historiker" title="Historiker">Historiker</a>, <a href="Archivar" title="Archivar">Archivar</a> und galt als <a href="Autorit%C3%A4t" title="Autorität">Autorität</a> auf dem Gebiet der deutschen <a href="Ortsgeschichte" title="Ortsgeschichte">Städtegeschichte</a> und dabei insbesondere der <a href="Hanse" title="Hanse">Hanse</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben_und_Wirken">Leben und Wirken</h2></div>
<p>Karl Koppmann wurde als Sohn des Fleischers Johann Karl Christopher Koppmann geboren. Er absolvierte zunächst eine Lehre als <a href="Uhrmacher" title="Uhrmacher">Uhrmacher</a> und war dann als <a href="Lehrer" title="Lehrer">Lehrer</a> an einer <a href="Volksschule" title="Volksschule">Volksschule</a> tätig. Ab 1862 studierte er Geschichte, zunächst am <a href="Akademisches_Gymnasium_(Hamburg)" title="Akademisches Gymnasium (Hamburg)">Akademischen Gymnasium</a> in Hamburg, ab 1863 an den Universitäten in <a href="Georg-August-Universit%C3%A4t_G%C3%B6ttingen" title="Georg-August-Universität Göttingen">Göttingen</a> und <a href="Humboldt-Universit%C3%A4t_zu_Berlin" title="Humboldt-Universität zu Berlin">Berlin</a>. An der Göttinger Universität wurde er mit einer <a href="Dissertation" title="Dissertation">Dissertation</a> über <i>Die ältesten Urkunden des <a href="Erzbistum_Hamburg-Bremen" class="mw-redirect" title="Erzbistum Hamburg-Bremen">Erzbistums Hamburg-Bremen</a></i> zum <a href="Dr._phil." class="mw-redirect" title="Dr. phil.">Dr. phil.</a> promoviert.
</p><p>Nach seinem Studium kehrte Koppmann in seine Vaterstadt zurück und veröffentlichte dort, während er beim <a href="Hamburger_Staatsarchiv" class="mw-redirect" title="Hamburger Staatsarchiv">Hamburger Staatsarchiv</a> arbeitete und 1868 kurzzeitig am <a href="Akademisches_Gymnasium_(Hamburg)" title="Akademisches Gymnasium (Hamburg)">Akademischen Gymnasium</a> lehrte, zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur Hamburger Geschichte. Unter diesen ist vor allem die Herausgabe der <i>Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg</i> seit 1869 zu nennen, von denen sechs Bände erscheinen sollten und die als das Hauptwerk seiner Hamburger Zeit bezeichnet werden. Ferner begann er 1870 für die <a href="Monumenta_Germaniae_Historica" title="Monumenta Germaniae Historica">Monumenta Germaniae Historica</a> mit der Herausgabe des geschichtlichen Quellenwerkes der <a href="Hanserezess" title="Hanserezess">Hanserezesse</a>, wofür er Material von <a href="Flandern" title="Flandern">Flandern</a> bis <a href="Livland" title="Livland">Livland</a> gesammelt hatte.
</p><p>Koppmann war ab 1868 Mitglied beim <a href="Verein_f%C3%BCr_Hamburgische_Geschichte" title="Verein für Hamburgische Geschichte">Verein für Hamburgische Geschichte</a>, von 1869 bis 1872 Mitglied des Vereinsvorstands und ab 1874 ständiger Sekretär des Vereins. In dieser Zeit redigierte er dessen Zeitschrift und gründete 1878 die <i>Mittheilungen</i> genannte Zeitschrift des Vereins. Zudem gab er im Auftrag des Vereins mehrere Sammelbände, oftmals versehen mit eigenen Beiträgen, heraus.
</p><p>Jedoch nicht nur die allgemeinen hansische Geschichtsforschung, sondern auch speziell die <a href="L%C3%BCbeck" title="Lübeck">Lübeckische</a> Geschichte hatte ihm eine besondere Förderung und zahlreiche wissenschaftliche Werke zu verdanken. Aus dem Nachlass des Lübecker Historikers <a href="Wilhelm_Mantels" title="Wilhelm Mantels">Wilhelm Mantels</a> veröffentlichte er 1881 <i>Beiträge zur Lübisch-Hansischen Geschichte</i> im <a href="Gustav_Fischer_Verlag" title="Gustav Fischer Verlag">Gustav Fischer Verlag</a> in <a href="Jena" title="Jena">Jena</a>. Eine seiner wichtigsten Werke bildete die Herausgabe der <i>Lübecker Chroniken</i> als Folge der vom <a href="Erlangen" title="Erlangen">Erlanger</a> Professor <a href="Karl_von_Hegel" title="Karl von Hegel">Hegel</a> eingeleiteten <i><a href="Die_Chroniken_der_deutschen_St%C3%A4dte" title="Die Chroniken der deutschen Städte">Chroniken der niederdeutschen Städte</a></i>. Jene sollte ursprünglich Mantels ausarbeiten. Da dieser jedoch vor deren Vollendung verstarb, wurde Koppmann die Weiterführung seiner Arbeiten übertragen. Nach der Fertigstellung des ersten Bandes siedelte er im Oktober 1884 nach Rostock über, wo er der erste professionelle Stadtarchivar wurde. Dort gab er 1899 den zweiten und 1902 den dritten Band heraus. Sein Verhältnis zu Lübeck sollte bis zu seinem Tode eng bleiben. An seiner Beisetzung nahmen Max Hoffmann als Vertreter des Hansischen Geschichtsvereins und <a href="Friedrich_Bruns" title="Friedrich Bruns">Friedrich Bruns</a> als Vertreter des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde teil.
</p><p>Seine wissenschaftliche Tätigkeit fand in der Gründung des <a href="Hansischer_Geschichtsverein" title="Hansischer Geschichtsverein">Vereins für hansische Geschichte</a> am 24. Mai 1870 in <a href="Stralsund" title="Stralsund">Stralsund</a> einen bleibenden Ausdruck. Koppmann war das älteste Vorstandsmitglied dieses neuen Vereins. Die von dem Verein herausgegebenen <i><a href="Hansische_Geschichtsbl%C3%A4tter" title="Hansische Geschichtsblätter">Hansischen Geschichtsblätter</a></i> weisen in zahlreichen Bänden viele Aufsätze Koppmanns auf.
</p><p>Als Rostocker Stadtarchivar publizierte er zur Geschichte <a href="Mecklenburg" title="Mecklenburg">Mecklenburgs</a> und Rostocks. Das Rostocker Stadtarchiv erfuhr unter ihm eine komplette Neuordnung. Auf der Grundlage des <a href="Handlungsbuch" title="Handlungsbuch">Handlungsbuches</a> von Johan Töllner, einem Rostocker Kaufmann, verfasste er ein Buch zur Rostocker Stadtgeschichte. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit waren hier die von ihm 1890 gegründeten <i>Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock</i>.
</p><p>Für den 1875 gegründeten <a href="Verein_f%C3%BCr_niederdeutsche_Sprachforschung" title="Verein für niederdeutsche Sprachforschung">Verein für niederdeutsche Sprachforschung</a>, dessen Gründungsmitglied er war, redigierte Koppmann dessen <i>Korrespondenzblatt</i>. Seine Übertragung der <i>Sprüche <a href="Walther_von_der_Vogelweide" title="Walther von der Vogelweide">Walters von der Vogelweide</a> ins Neuhochdeutsche</i> erschien 1893. Er verfasste mehrere niederdeutsche Lieder, wie das zur Hansischen <a href="Visby" title="Visby">Wisbyfahrt</a>.
</p><p>Ab 1889 war er korrespondierendes Mitglied der <a href="Akademie_der_Wissenschaften_zu_G%C3%B6ttingen" class="mw-redirect" title="Akademie der Wissenschaften zu Göttingen">Akademie der Wissenschaften zu Göttingen</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Sein Nachfolger als Rostocker Stadtarchivar wurde <a href="Ernst_Dragendorff" title="Ernst Dragendorff">Ernst Dragendorff</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg, 1350–1562.</i> Sieben Bände, Hamburg 1869–1894. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/PPN669011932">Digitalisate</a> auf Hamburger Kulturgut Digital)</li>
<li><i>Hanserezesse 1256–1430.</i> Acht Bände, 1870–1897</li>
<li><i>Hansische Geschichtsblätter.</i> 31 Bände</li>
<li><i>Die Chroniken der niedersächsischen Städte: Lübeck.</i> Drei Bände, 1884–1902</li>
<li><i>Das Seebuch.</i> Küthmann, Bremen 1876. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:9-g-4888150">Digitalisat</a> in der Digitalen Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Carsten_Jahnke" title="Carsten Jahnke">Carsten Jahnke</a>: <i>Die Hanse als mnemonisches Projekt. Von Sartorius über das hansische Arbeiterkleeblatt, Karl Koppmann, Goswin von der Ropp und Konstantin Höhlbaum bis zum „Flotten Schäfer“</i>. In: <a href="Nils_J%C3%B6rn" title="Nils Jörn">Nils Jörn</a>, <a href="J%C3%BCrgen_Sarnowsky" title="Jürgen Sarnowsky">Jürgen Sarnowsky</a> (Hrsg.): <i>Der Hansische Geschichtsverein und die Hansegeschichtsforschung seit dem 19. Jahrhundert</i>. callidus. Verlag wissenschaftlicher Publikationen, Wismar 2024 (Hansische Studien; 32), ISBN 978-3-949534-18-8, S. 37–70.</li>
<li><a href="Franklin_Kopitzsch" title="Franklin Kopitzsch">Franklin Kopitzsch</a>, Daniel Tilgner (Hrsg.): <i>Hamburg Lexikon.</i> 4., aktualisierte und erweiterte Sonderausgabe. Ellert & Richter, Hamburg 2010, ISBN 978-3-8319-0373-3, S. 410–411.</li>
<li><a href="Grete_Grewolls" title="Grete Grewolls">Grete Grewolls</a>: <cite style="font-style:italic">Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon</cite>. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>5294</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Karl+Koppmann&rft.au=Grete+Grewolls&rft.btitle=Wer+war+wer+in+Mecklenburg+und+Vorpommern.+Das+Personenlexikon&rft.date=2011&rft.genre=book&rft.isbn=9783356013016&rft.pages=5294&rft.place=Rostock&rft.pub=Hinstorff+Verlag" style="display:none"> </span></li>
<li><i>Stadtarchivar Dr. Karl Koppmann zu Rostock †.</i> In: <i>Vaterstädtische Blätter</i>, Jahrgang 1905, Nr. 14, Ausgabe vom 2. April 1905, S. 55–56</li>
<li><i>Dr. Karl Koppmann.</i> In: <i>Lübeckische Blätter</i>, 87. Jg., Nummer 14, Ausgabe vom 2. April 1905, S. 192.</li>
<li><a href="Rainer_Postel" title="Rainer Postel">Rainer Postel</a>: <cite style="font-style:italic">Koppmann, Karl</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Neue_Deutsche_Biographie" title="Neue Deutsche Biographie">Neue Deutsche Biographie</a></cite>. (NDB). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>12</span>. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>578–579</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-biographie.de/gnd11633908X.html#ndbcontent">deutsche-biographie.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Karl+Koppmann&rft.atitle=Koppmann%2C+Karl&rft.au=Rainer+Postel&rft.btitle=Neue+Deutsche+Biographie&rft.date=1980&rft.genre=book&rft.isbn=3428001931&rft.pages=578-579&rft.place=Berlin&rft.pub=Duncker+%26+Humblot&rft.volume=12" style="display:none"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikisource"></span></span></div><b><a href="https://de.wikisource.org/wiki/Zeitschriften_(Landesgeschichte)#2051476-1" class="extiw external" title="s:Zeitschriften (Landesgeschichte)">Wikisource: <i>Hansische Geschichtsblätter</i></a></b> – Quellen und Volltexte</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Karl_Koppmann?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Karl Koppmann</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.landesbibliographie-mv.de/REL?PPN=324506090">Literatur über Karl Koppmann</a> in der <a href="Landesbibliographie_Mecklenburg-Vorpommern" title="Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern">Landesbibliographie MV</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.landesbibliographie-mv.de/CMD?ACT=SRCHA&IKT=1016&SRT=YOP&TRM=per+Koppmann,Karl">Werke von Karl Koppmann</a> in der <a href="Landesbibliographie_Mecklenburg-Vorpommern" title="Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern">Landesbibliographie MV</a></li>
<li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.hansischergeschichtsverein.de/zeitschrift"><i>Vereinszeitschrift „Hansische Geschichtsblätter“.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 23. Januar 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AKarl+Koppmann&rft.title=Vereinszeitschrift+%E2%80%9EHansische+Geschichtsbl%C3%A4tter%E2%80%9C&rft.description=Vereinszeitschrift+%E2%80%9EHansische+Geschichtsbl%C3%A4tter%E2%80%9C&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.hansischergeschichtsverein.de%2Fzeitschrift"> </span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Holger Krahnke: <i>Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001</i> (= <i>Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse.</i> Folge 3, Bd. 246 = <i>Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse.</i> Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 138.</span>
</li>
</ol>
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